Das Vogelhaus

Standortwahl und Befestigung

Ein Nistkasten, oft auch Vogelhaus genannt, dient dem Artenschutz von Vögeln. Diese künstlichen Nisthilfen sind überall dort sinnvoll, wo Naturhöhlen in alten, morschen Bäumen fehlen und an Gebäuden keine geeigneten Brutnischen vorhanden sind. Die Nistkästen haben einen Hohlraum, der von bestimmten Vogelarten zum Brüten und zur Aufzucht der Jungtiere sowie vor allem im Winter zu Übernachtungszwecken genutzt werden kann. Während der Brut- und Aufzuchtzeiten sollten alle Störungen am Vogelhaus möglichst vermieden oder zumindest auf das nötigste reduziert werden. Daran muß man bereits beim Auswählen von geeigneten Aufhängörtlichkeiten denken. Ein Vogelhaus sollte immer auf der dem Wetter und der starken Sonneneinstrahlung abgewandten Seite angebracht sein. Ideal ist die Ausrichtung nach Osten oder Südosten. Wird das Vogelhaus an einem Baum befestigt, schlägt man den Nagel nicht bis zum Kopf ein, da sonst das Wachstum des Baumes die Haltevorrichtung sehr bald zum Bersten bringt. Bäume, deren Rinde stark zum Überwallen von Fremdkörpern neigt, wie bei der Rotbuche, Linde, Pappel, Esche und Birke, sind für das Annageln von Nistkästen direkt am Stamm nicht empfehlenswert. Um den Baum nicht zu beschädigen, kann man das Vogelhaus auch mit einem starken Drahtbügel am Stamm befestigen.

Reinigung

Wenn im September auch der letzte Vogelnachwuchs das Vogelhaus verlassen hat, ist die richtige Zeit zur jährlichen Reinigung gekommen. Diese Arbeit kann bis in den November hinein erledigt werden, denn dann benutzen die ersten Vögel die Nistkästen als Unterschlupf vor kalten Winternächten. Damit man keinen Schrecken bekommt, klopft man vor der Reinigung am Vogelhaus an. Eichhörnchen, Wald- und Haselmäuse oder auch schon mal ein Siebenschläfer haben hier im Herbst vielleicht ihren zeitweisen Unterschlupf gefunden. Das alte Nest wird entfernt und bei stärkerer Verschmutzung der Nistkasten ausgebürstet. Tragen Sie bei der Arbeit Handschuhe, da Vogelparasiten wie Flöhe und anderes Getier auch auf den Menschen überpringen können. Schmetterling, Florfliege, Hummel- und Wespenkönigin überwintern dann gerne im Vogelhaus. Die Nistkästen retten in eisigen Winternächten so manchem Vogel das Leben. Vögel verbrennen in der kalten Jahreszeit viel Körperfett, da sie mit 39 bis 42 Grad ständig eine höhere Körpertemperatur als Säugetiere aufrecht erhalten müssen. Deshalb verlieren sie schnell an Gewicht und sind geschwächt. Eine kalte Nacht mir eisigem Wind auf einem schutzlosen Zweig kann ihnen so zum Verhängnis werden. Sperlinge kuscheln sich bei frostigen Temperaturen gerne in eigens gebaute Winternester, Zaunkönige wärmen sich im Winter gegenseitig im Vogelhaus.

Verschiedene Vogelhäuser
Verschiedene Vogelhäuser

10 Tips zum Vogelhaus

  • Vogelhaus aufhängen in zwei bis drei Meter Höhe
  • Das Einflugloch liegt auf der wetterabgewandten Seite nach Osten oder Südosten
  • Für Katzen und Marder unzugängliche Stellen an Haus- und Schuppenwänden sind zur Aufhängung geeignet
  • Um keinen Schaden am Baum zu verursachen, wird das Vogelhaus dort mit einem festen Draht oder rostfreiem Alunagel befestigt
  • Damit kein Regen eindringen kann, sollte das Vogelhaus nie nach hinten, sondern besser etwas nach vorne überhängen
  • Falls nicht vorhanden, bohrt man zur Belüftung und Entfeuchtung drei oder vier Löcher von 5mm Durchmesser in den Boden
  • Zum Schutz vor Witterung kann man die Außenseiten des Vogelhauses mit Leinöl oder umweltfreundlichen Farben streichen. Keine Holzschutzmittel verwenden!
  • Im Spätsommer nach der Brutzeit, also im September oder Oktober werden die Nistkästen gereinigt
  • Bei der Arbeit Handschuhe tragen, da in alten Nestern Vogelflöhe, Milben und Lausfliegen hausen können
  • Es genügt das alte Nest zu entfernen, bei stärkerer Verschmutzung ausbürsten. Keine chemischen Reinigungsmittel oder Insektenspray benutzen!