Hildes kleines Kräuterlexikon

Heil- und Küchenkräuter

Kräuter werden schon seit Tausenden von Jahren für eine gesunde Ernährung und Heilzwecke verwendet. Sie können leicht im heimischen Garten gezogen und ohne großen Aufwand zubereitet und eingesetzt werden.

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Basilikum

Basilikum
Basilikum

Basilikum (Ocimum basilicum) war schon vor 4000 Jahren in Indien bekannt. Es wird auch Königskraut im Volksmund genannt, weil es im alten ägyptischen Reich als Grabbeigabe für die Pharaonen verwendet wurde. Bei uns ist Basilikum seit dem Mittelalter bekannt. Das Gewürzkraut ist fast überall als Topfpflanze erhältlich, kann aber auch im Garten gezogen werden und erreicht Höhen von bis zu 30cm. Im März/April wird Basilikum unter Glas ausgesät und ab Anfang Juni ins Freie gepflanzt. Wer jetzt zu wenige Pflanzen hat, kann noch mit Stecklingen vermehren. Basilikum wächst am besten an sonnigen Standorten mit fetter, humusreicher, leicht sandiger Erde. Die sehr kälteempfindliche Pflanze übersteht den Winter nicht. In der Küche wird Basilikum als Beigabe zu den unterschiedlichsten Salaten und Kräutersoßen verwendet. Am Ende des Kochvorganges zugegeben, eignet sich sehr gut zu Tomaten- und Knoblauchgerichten, sowie zu Reis und Teigwaren.

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Bohnenkraut

Blühendes Bohnenkraut
Blühendes Bohnenkraut

Bergbohnenkraut (Satureja montana), auch Bergpfefferkraut genannt, ist eine mehrjährige aus Südeuropa stammende Gewürzpflanze, die bis zu 50cm hoch wird. Die anspruchslose Pflanze wächst auf fast allen Böden problemlos und übersteht auch gut die Winterkälte in unseren Breitengraden. Sie ähnelt sehr dem bekannten einjährigen Bohnenkraut (Satureja hortensis), jedoch sind die Blätter etwas spitzer und der Geschmack ist etwas kräftiger und würziger. Bergbohnenkraut kann ab April/Mai durch Aussaat vermehrt werden. Einfacher geht es aber mit der Teilung des Wurzelstockes oder Stecklingsvermehrung im Juni. Wer in der Winterzeit frisches Bohnenkraut haben möchte, kann sich einige Pflanzen in Töpfen heranziehen und in einem kalten Raum hell und frostfrei aufstellen. Sie treiben ununterbrochen frische Zweige und bilden dabei einen hübschen Fensterschmuck für das kalte Zimmer. Bohnenkraut lässt sich gut trocknen, dazu erntet man kurz vor der Blüte, weil dann der Geschmack am kräftigsten ist. Bohnenkraut mit seinen kleinen weißen Blüten ist genauso wie Majoran und Ysop eine häufig besuchte Bienenweide. Mit Bohnenkraut kann man Suppen, Bratkartoffeln und Pilzgerichte würzen. Kleine junge Blätter werden zum Salat verwendet.

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Brennnessel

Junge Brennnesseln
Junge Brennnesseln

Auch sie ist ein Heilkraut und lässt sich in der Küche verwenden, die Große Brennnessel (Urtica dioica). Das "Gartenunkraut" mit dem winterfesten Wurzelstock wächst bis zu 2m hoch. Ein Eigenanbau erübrigt sich fast, da die Brennnessel sich an vielen Stellen von selbst aussät. Aber eigentlich sollte man diese sehr gehaltvolle Pflanze hegen und pflegen, den Brennnesseln haben viele Mineralien, wie Eisen, Kalium, Magnesium und die Vitamine A, C und K. Der Vitamin C-Gehalt allein ist siebenmal höher als bei Orangen. Der Eiweißanteil von Brennnesselblättern ist 40% in der Trockenmasse und beträgt somit mehr als der von Soja. In der Küche wird Brennnessel als Salat verwendet oder wie Spinat zubereitet. Dazu werden im Frühjahr junge Pflanzen von etwa 20cm Höhe geerntet oder später im Jahr die Triebspitzen älterer Nesseln. Die lästigen Nesselhaare mit der Säure werden beim Blanchieren durch das heiße Wasser oder beim Vermischen mit der Salatsoße zerstört. Das gleiche geschieht beim Trocknen der Blätter und Brennnessel kann wie Pfefferminze als Tee zubereitet werden. In gut sortierten Lebensmittelgeschäften ist der Brennnesselkäse erhätlich, dem die Pflanzenblätter zugefügt wurden und dadurch einen würzigen Beigeschmack erhält.

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Dill

Dillblüten
Dillblüten

Der einjährige Dill (Anethum graveolens) ist ein beliebtes, aromatisches Küchengewürz und heißt nicht umsonst auch Gurkenkraut. Die Aussaat erfolgt ab April und die Pflanzen wachsen rasch zu 1 Meter Größe heran. Dill liebt humusreichen, leicht feuchten Boden an windgeschützten Stellen. Er sät sich gerne selber aus. Wer Platz genug im Garten hat, lässt ihn einfachan Ort und Stelle wachsen. Umpflanzen ist schwierig, da die Wurzeln sehr empfindlich sind. Dill gedeiht sehr gut zwischen Kohlköpfen, aber nicht neben Fenchel. Immer geht dann eine der beiden Pflanzen ein. Dill wird schon seit rund 5000 Jahren geerntet und ist im St.Galler Klosterplan von 820 genannt. Die fadenförmigen Blätter lassen sich jederzeit ernten. Die etwas schärfer schmeckenden, braunen Samen können von Juli bis September geerntet werden. Blüten und unreife, grüne Samen eignen sich besonders zum Würzen eingelegter Gurken. Dill passt zu vielen Fischgerichten, die grünen und reifen Dillsamen eignen sich als Salatgewürz. Reife Samen können anstelle von Sesam oder Mohn auf selbstgebackene Brötchen gestreut werden.

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Johanniskraut

Blühendes Johanniskraut
Blühendes Johanniskraut

Johanniskraut (Hypericum perforatum), auch Tüpfel-Johanniskraut oder volkstümlich Herrgottsblut genannt, wächst strauchartig bis zu 60cm hoch. Die Pflanze blüht von Mai bis August mit goldgelben Blütendolden. Die länglichen Blätter sind mit vielen durchscheinenden Drüsen übersät, die mit ätherischem Öl gefüllt sind. Johanniskraut kommt ursprünglich aus dem westlichen Asien. Man findet es auch weitverbreitet in Europa und Nordafrika. Es wächst an Waldrändern und an Wegen, an Böschungen, in Magerwiesen, in Ginster- und Heidekrautheiden, in Brachen und Waldverlichtungen oder auf Bahnschotter als Pionierpflanze. Aufgrund der Verwendung als Heilpflanze wird Johanniskraut auch landwirtschaftlich angebaut. Die Art zählt zu den wichtigsten in Deutschland angebauten und verarbeiteten Arzneipflanzen. Zum Anbau eignen sich magere, humose Böden in sonniger Lage. Bereits in der Antike wurde Johanniskraut als Heilpflanze verwendet. Heute wird es als pflanzliches Arzneimittel zur Behandlung von leichten bis mittelstarken depressiven Verstimmungen oder nervöser Unruhe eingesetzt. Äußerlich werden ölige Zubereitungen angewendet. Johanniskraut wird eigentlich nicht in der Küche eingesetzt, in der Volksmedizin wird daraus ein Tee gegen Schlafstörungen oder Erschöpfungszustände zubereitet. Dazu übergießt man 1 Teelöffel Blüten oder zerkleinerte Stengel mit heißem Wasser und lässt es drei Minuten ziehen. Danach absieben und schluckweise trinken.

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Kamille

Kamillenblüte
Kamillenblüte

Die aromatisch duftende Kamille (Matricaria chamomilla bzw. Matricaria recrutita) blüht von Mai bis August. Die Pflanze wächst bis 50cm hoch und kommt ursprünglich aus Süd- und Osteuropa, sowie Vorderasien. Heute ist sie in ganz Europa, Nordamerika und auch in Australien eingebürgert. Sie wächst auf Äckern, an Wegen und auf Schuttplätzen, bevorzugt auf frischen, nährstoffreichen, meist kalkarmen, eher humosen Lehm- und Tonböden. Kamille wird im Frühjahr ausgesät. Die Pflanze wächst rasch heran und blüht bereits im Mai bis in den August hinein. Die Kamillenblüten haben einen ausgeprägten, angenehmen Duft. Sie werden eingesetzt zur Entzündungshemmung, zur Krampflösung, gegen Blähungen und als Magenmittel. Sie haben auch eine wundheilungsfördernde, antibakterielle Wirkung. Hauptanwendungsgebiete sind die innerliche Anwendung bei Magen- und Darmbeschwerden wie Gastritis und Blähungen, krampfartige Beschwerden im Verdauungstrakt und Menstruationsbeschwerden. Äußerliche Anwendung findet die Echte Kamille bei Haut- und Schleimhautentzündungen und Entzündungen des Zahnfleisches. Bei entzündlichen Erkrankungen der Luftwege werden Inhalationen vorgenommen. Für Kamillentee werden die kompletten Blüten geerntet, die Pflanze bleibt stehen. Der Tee wird als Schlaftee, als Beruhigungsmittel und bei Magen-Darm-Beschwerden getrunken. Bei Atemwegserkrankungen wird Kamille inhaliert.

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Kapuzinerkresse

Die Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) bevorzugt sonnige Standorte mit humusreichem Boden. Bei längerer Trockenheit sollte gegossen werden. Ursprünglich kommt die Pflanze aus Peru und wurde bereits von den Ureinwohnern zur Wundbehandlung verwendet. Die wasserreiche Kapuzinerkresse wird eigentlich mehrere Jahre alt, da sie aber keinen Frost verträgt, muß man sie jedes Frühjahr erneut aussäen. Die Aussaat erfolgt nach den letzten Nachtfrösten. Wer frühe Ernten erzielen will, kann die Kresse im April in Töpfen vorziehen. Dazu nimmt man drei Samen, die etwa 3cm tief in die Topferde eingesetzt werden. Typisch sind die fast kreisförmigen, leuchtend grünen Blätter. Die Blüten variieren von gelb über orange zu roten Farbtönen. Am unteren Ende sitzt eine Art Sporn, der an die Kapuzen von Mönchen erinnert und der Kresse ihren Namen gab. Die Blätter können frisch gepflückt zum Zubereiten eines Salates verwendet werden. Wegen des kräftigen Geschmackes sollte man sie mit z.B. Kopf- oder Eisbergsalaten mischen. Die Blüten sind ebenfalls eßbar und werden hauptsächlich zur Dekoration von Speisen benutzt. Die Blütenknospen kann man einige Tage in Essig einlegen, sie schmecken dann fast wie Kapern. Die grünen Samen sind wie Nüsse verwendbar, kleingehackt zu Salaten und Nachspeisen oder dem Gebäck beigeben.

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Lavendel

Blühender Lavendel
Blühender Lavendel

Der Lavendel (Lavendula augustifolia) stammt ursprünglich aus de Küstenbereichen des Mittelmeergebietes. Benedektiner-Mönche brachten ihn nach Nordeuropa. Der Lavendel ist ein Halbstrauch, der bis zu 1m hoch werden kann. Die verholzten und stark verzweigten Äste haben schmale, längliche Blätter, die stark behart sind. An besonderen, langwüchsigen Stengeln bilden sich in der Zeit von Juni bis September die dicht zusammenstehenden Blüten. Aus den Blüten wird das Lavendelöl gewonnen, welches eine beruhigende und krampflösende Wirkung besitzt. Getrocknete Blüten werden gern für Kräuterkissen oder Trockenblumenstruße genommen. Weniger bekannt ist, dass Lavendel auch als Küchenkraut Verwendung finden kann. Die jungen Blattspitzen und weiche Triebe werden zur Würzung von Fleischgerichten wie Lamm, Geflügel sowie Fisch und in kleinen Mengen in Salaten verwendet. Suppen und Eintöpfe können ebenfalls mit Lavendel verfeinert werden. Lavendel kann ab Ende Mai in den Garten gepflanzt werden. Er liebt kalkhaltige, trockene Böden an einem sonnigen Standort. Zur Vermehrung können größere Pflanzen geteilt werden oder man vermehrt mit Stecklingen. Im rauheren Klima und bei strengen Frösten ist ein Winterschutz notwendig. Im beginnenden Frühjahr werden die im Winter abgestorbenen Zweige abgeschnitten.

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Löwenzahn

Löwenzahn Pusteblume
Löwenzahn Pusteblume

Der Löwenzahn (Gewöhnlicher Löwenzahn - Taraxum officinale) ist als Unkrautpflanze wohl jedem Gärtner gut bekannt. Er ist aber auch Heilpflanze und findet Verwendung in der Küche. Die leuchtendgelben Korbblüten des Löwenzahn blühen von April bis Juli. Durch das frühe Erscheinen seiner Blüten ist der Löwenzahn eine wichtige Bienenweide und bei größeren Vorkommen auch eine Frühtracht-Honigernte ermöglicht. Löwenzahnhonig ist goldgelb und hat ein kräftiges Aroma. Die in einer Rosette angeordneten Blätter des Löwenzahn sind länglich und gezackt. In der Mitte wächst ein 10 bis 30cm hoher, hohler Stengel auf dem die Blüte sitzt. Nach der Befruchtung reift die Blüte zur "Pusteblume" heran. Die Samen befinden sich am Ende der "Fallschirme". Aus der bis zu 30cm langen Pfahlwurzeln kann im getrockneten Zustand ein Kaffeeersatz zubereitet werden. Aus den Blättern und Wurzeln läßt sich ein Tee zubereiten. Aus den Blüten wird ein süßer Brotaufstrich hergestellt. Dazu bringt man zwei Handvoll Blüten mit einem Liter Wasser zum Kochen. Dann über Nacht abkühlen lassen. Am nächsten Tag die Blüten abseihen und ausdrücken. Den Sud mit 1kg Zucker und dem Saft einer halben Zitrone auf kleiner Flamme köcheln bis ein dickflüssiger Sirup entstanden ist. Aus den jungen, nur leicht bitter schmeckenden Löwenzahnblätter kann Salat zubereitet werden.

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Majoran

Majoran
Majoran

Der Majoran (Majorana hortensis), auch Wurstkraut genannt, braucht einen gut gedüngten und bearbeiteten Gartenboden. Er erreicht Wuchshöhen von bis zu 50cm. Es gibt zwei Sorten: den Sommermajoran, der aus Samen gezogen wird, und den Wintermajoran, der eine staudenartige, bei uns winterharte Pflanze ist. Würziger ist die einjährige Sorte. Beide lieben warme, sonnige Standorte. Die Aussaat geschieht im März ins gedüngte Beet. Die Sämlinge werrden ab Mitte Mai mit etwa 15 - 20cm Abstand ausgepflanzt. Der Schnitt des Krautes geschieht zwei- bis dreimal, zuerst kurz vor der Blüte, dann wenn die Triebe wieder herangewachsen sind. Zuletzt werden die Pflanzen ausgerauft. Blütezeit ist von Juni bis in den September. Die gebündelten Stengel werden schattig, aber luftig zum Trocknen aufgehängt. Das getrocknete Kraut wird meistens abgerieben verkauft. Verwendet wird es bei der Herstellung von Wurst und Leberknödel. In der Küche verwendet man Majoran zum Würzen von Soßen, Pizza und Kartoffelsuppe, Kalb- und Gänsefleisch. Bekannt ist, das der Majoran schon seit der Bronzezeit verwendet wird.

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Petersilie

Petersilie
Petersilie

Die Petersilie ( Petroselinum crispum) ist eines unserer würzigsten Küchenkräuter. Sie war schon im alten Griechenland als heiliges Kraut bekannt, wurde aber nicht in der Küche verwendet. Bei uns wird sie erst seit dem Ende des Mittelalters zunächst als Heilkraut in Klöstern angebaut und bald darauf auch in der Küche eingesetzt. Die lange Keimdauer der Pflanzen wurde als Anlass für die Erklärung genommen, die Petersilie müsse siebenmal zum Teufel fahren, bevor sie keimt. Um eine Verwechslung mit der giftigen, aber ähnlich aussehenden Hundspetersilie zu vermeiden, wurden die Sorten mit krausen Blättern gezüchtet. Sie gedeiht gut auf frischen, lehmhaltigen Böden. Die zweijährige Pflanze wird im März ausgesät und kann schon im Mai zum erstenmal geerntet werden. Im zweiten Jahr blüht die Petersilie mit doldenförmigen Blüten von Juni bis Juli. In der Küche wird Petersilie frisch geschnitten zu vielerlei Gerichten verwandt und ist ein Bestandteil der Frankfurter Grünen Soße. Ganze Blätter finden ihren Einsatz bei der Dekoration von Gerichten. Mehrere Petersilienstengel werden bei Gemüsebrühen zur Geschmacksverstärkung mitgekocht.

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Pimpinelle

Pimpinelle
Pimpinelle

Die Pimpinelle, Bibernelle oder Kleiner Wiesenknopf (Sanguisorba minor), auch Steinpetersilie, Becherblume, Drachenblut genannt, ist ein wildwachsendes Kraut, dass in ganz Süd- und Mitteleuropa verbreitet ist. Typisch sind die kleinen gezahnten Blättchen der mehrjährigen Pflanze. Die Pimpinelle wächst gerne an trockenen Wegrändern und kalkhaltigen, humos-lehmigen Böden. Die Aussaat im Garten erfolgt im Frühjahr und auch noch im Spätsommer. Aufgrund des niedrigen Wuchses eignet sich der Kleine Wiesenknopf gut für Wegränder und als Einfassung von Gemüsebeeten. In der Blütezeit, die von Mai bis in den August reicht, erheben sich die kleinen, kugelförmigen Blütenstände bis in Höhen von 30 bis 50cm. Verwendet werden die jungen, wohlriechenden Blättchen und auch die Blütenknospen zum Blattsalat und für Soßen. Die Pimpinelle ist ein Bestandteil der berühmten Frankfurter Grünen Soße.

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Ringelblume

Ringelblumenblüte
Ringelblumenblüte

In vielen Bauerngärten findet man die goldgelb leuchtenden Blüten der Ringelblume (Calendula officinalis). Sie wurde früher von Bauern als Wetterzeiger benutzt. Hatten sich die Blüten bis 7 Uhr geöffnet, versprach das gutes Wetter. Waren die Blüten noch geschlossen, musste man mit Regen rechnen. Die Pflanze kommt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Gelegentlich kann man sie bei uns verwildert auf Wiesen und Äckern entdecken. Die einjährige Ringelblume hat eine Pfahlwurzel und behaarte Stengel die etwa 60 bis 70cm hoch werden. Sie blüht von Juni bis Oktober. Die Samen der anspruchslosen Pflanze werden ab März direkt ins Freiland gesät. Die Ringelblume wächst rasch heran und vermehrt sich selber durch ihre Samen, sodaß sie sich viele Jahre in verwilderten Gärten hält. Zu dicht wachsende Bestände können gelegentlich von Läusen oder Pilzen befallen werden. Geerntet werden die äußeren Blütenblätter. Frisch oder auch getrocknet werden sie zu Suppen, Salaten und Käsespeisen gegessen. Die stark gelb färbenden Blätter verwendet man wie Saffran zum Einfärben von Reis, Butter und Vanillesoße. Heilkundlich werden die Blüten zur Behandlung von Wunden und Entzündungen eingesetzt. Für Ringelblumensalbe erwärmt man 100g Butter, 100g Olivenöl und 50g Bienenwachs. Dazu gibt man eine Tasse mit Ringelblumenblüten und lässt das ganze abkühlen. Anschließend wird die Zubereitung durch ein Mulltuch gedrückt und in verschließbare Gläser gefüllt.

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Rosmarin

Rosmarin
Rosmarin

Der Rosmarin ( Rosmarinus officinalis) wird in einigen Gegenden Deutschlands als Zierpflanze und Bienenweide in Bauerngärten sehr geschätzt. Da er nicht winterhart ist, wird er im Herbst in Töpfe umgepflanzt, damit er den Winter im Haus überstehen kann. Im Sommer pflanzt man ihn an sonnige Stellen im Garten mit lockerer und durchlässiger Erde. Um den Duft das ganze Jahr hindurch genießen zu können, zieht man Rosmarin am besten nahe an einer Bank unter einem Fenster oder in einem Pflanzgefäß bei der Küchentür. Oft wird er in großen, viele Jahre alten Stöcken in dekorativen Töpfen gehalten. Die Vermehrung geht einfach durch Stecklinge im Frühjahr und Sommer. Rosmarinblätter eignen sich gut zum Würzen von Kartoffel-, Fleisch-, Fischgerichten. Man gibt sie aber erst kurz vor Ende der Kochzeit hinzu, damit der angenhme Geruch erhalten bleibt.

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Salbei

Salbei (Salvia officinalis), auch als Garten- oder Königssalbei bekannt, ist eine von rund 750 verschiedenen Salbeiarten und stammt aus dem Mittelmeerraum. Die Lippenblüter-Pflanze hat behaarte, grünlich-graue Blätter und wird bis zu 70cm groß. Die violetten Blüten sind eine beliebte Bienenweide. Salbei kann schon ab Februar im Haus oder im Garten an geschützten Stellen ausgesät werden. Einfacher ist es aber, zur Vermehrung einige Zweige auf den Boden nieder zu drücken, mit einem Stein oder Draht im Erdboden zu fixieren und nach der Bewurzelung von der Mutterpflanze abzutrennen. Salbei liebt sonnige Stellen mit kalkreichen, gut durchlüfteten Böden. Im Herbst schneidet man den Salbei auf etwa die Hälfte zurück, im zeitigem Frühjahr wird erneut bis auf 10cm Höhe zurückgeschnitten. Ein Frostschutz aus Reisig ist in strengen Wintern nützlich. Salbei wird als Heilpflanze für seine keimhemmende Wirkung geschätzt. Die Wirkstoffe befinden sich in den Blättern, geerntet werden deshalb Triebspitzen und junge Blätter. Salbeitee kann bei Erkältung, Halsschmerzen und Entzündungen im Mund- und Rachenraum zwei- bis dreimal täglich getrunken werden. Zur Zubereitung nimmt man pro Tasse eine Teelöffel getrockneter oder frischer Salbeiblätter und übergießt sie mit heißem Wasser. Nach gut 5 Minuten ist der Tee fertig. Den Salbeitee sollte man jedoch nicht über einen längeren Zeitraum einsetzen wegen seiner toxischen, also giftigen Wirkung. Aufgrund der intensiven Würzkraft wird Salbei in der Küche nur sparsam zu Fleisch- und Fischgerichten, sowie Suppen verwendet.

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Schnittlauch

Kleiner Fuchs auf Schnittlauchblüte
Kleiner Fuchs auf Schnittlauchblüte

Die schmalen grünen Halme des Schnittlauchs (Allium schoeneprasum) gehören zu den Standardkräutern in unseren Küchen. Schnittlauch benötigt einen humosen, mittelschweren Boden und genügend Feuchtigkeit. Sein ursprünglicher Standort in feuchten Niederungswiesen, wo er oft wild wächst, weist darauf hin. Schnittlauch wird gerne zur Einfassung von Beeten verwendet. Die Vermehrung geschieht durch Aussaat im April und Mai oder häufiger durch Teilung alter Stöcke. Vor den ersten Frösten sollte man Schnittlauch beschneiden, damit die Halme im nächsten Frühjahr kräftig nachwachsen. Schnittlauch ist in der Küche fast überall einsetzbar. Als Salatkraut und zu Brotaufstrichen, in Suppen und zur Dekoration. Die Blüten des Schnittlauchs sind dekorativ und eßbar, man kann sie beispielsweise bei Salaten und Reis verwenden. Damit Schnittlauch lange Jahre im Garten erhalten bleibt, sollte er immer kurz über dem Boden abgeschitten werden, sonst kann sich durch die stehengebliebenen Halmreste eine Stockfäule bilden. Anschließend sollten die Pflanzen ausreichend Zeit haben neue grüne Halme zu bilden, damit die Zwiebelhorste wieder Kraft sammeln können.

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Thymian

Thymian im Herbst
Thymian im Herbst

Thymian (Thymus vulgaris) ist ein aromatisch riechender Halbstrauch und wächst gerne auf nährstoffarmen Böden an sonnigen Standorten, ist also eine ideale Bepflanzung für Steingärten. Im Winter sollte Thymian mit Reisig abgedeckt werden. Ursprünglich kommt die mehrjährige Pflanze aus Griechenland und dem nordafrikanischen Raum und wurde im frühen Hochmittelalter von Mönchen nach Deutschland gebracht. Als Heilmittel wurde Thymian bereits in der Antike erwähnt: Der griechische Arzt Dioskurides wendete ihn damals gegen Atemwegskrankheiten an. Thymian wächst bis zu 30 Zentimeter hoch und hat vierkantige, behaarte Stängel. Mit der Zeit verholzen diese Stängel. Thymian vermehrt man mit Stecklingen oder drückt einige Zweige auf den Boden nieder, fixiert sie mit Draht im Erdboden. Nach einigen Wochen haben sich Wurzeln gebildet und dann kann man die Zweige von der Mutterpflanze abtrennen. Thymian ist neben Basilkum, Oregano und Rosmarin ein typisches Gewürz der mediterranen Küche. Man verwendet ihn frisch oder getrocknet zu Suppen, Saucen, Gemüse, Fisch, Schalentieren, Geflügel, Fleisch, Pasteten und für Füllungen. Thymian enthält ätherische Öle, Triterpene, Flavanoide und Gerbstoffe. Bei Atemwegserkrankungen und Bauchkrämpfen kann ein Thymiantee helfen. Dazu nimmt man 1 Teelöffel Thymianblätter und gießt ihn mit einem Viertelliter heißem Wasser auf. Nach 5 bis 10 Minuten Ziehzeit ist der Tee trinkbereit. Etwas Honig im Tee verstärkt die Wirkung.

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Tripmadam

Tripmadam,  Steinkraut,  Mauerpfeffer
Tripmadam, Steinkraut, Mauerpfeffer

Der Name der Tripmadam ( Sedum reflexum) kommt wohl aus dem französischen und bedeutet so viel wie "dicke Dame". Bei uns wird die mehrjährige Pflanze auch Mauerpfeffer, Felsenpfeffer, Steinkraut oder Felsen-Fetthenne genannt. Die Tripmadam kann man in fast ganz Europa finden, sie wächst wild auf warmen, nährstoffarmen, teils sandigen Böden. Deshalb ist sie ideal geeignet für Steingärten. Im Mittelalter wurde der Mauerpfeffer in Klostergärten angebaut und gehört auch traditionell auch in den Bauerngarten. Die kriechende, immergrüne Tripmadam wird 10 bis 15cm hoch. Im Juli und August wirken die dichtstehenden, gelben Blüten sehr dekorativ. Zur Vermehrung schneidet man einfach einige Zweige ab und steckt sie an einem sonnigen Platz in die Erde. Die Wurzelbildung erfolgt sehr rasch. Die jungen, grünen Blätter werden in der Küche zur Herstellung von Salaten und Soßen benutzt. Für ein Kräuterdressing werden die leicht zerdrückten Blätter vom Mauerpfeffer mit Petersilie, Schnittlauch, Pimpinelle, Majoran und Joghurt, Zitronensaft, Salz und Pfeffer vermischt.

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Ysop

Blühender Ysop
Blühender Ysop

Der Ysop (Hyssopus officinalis) war bereits im Altertum bei Griechen und Römern als Heilpflanze bekannt. Schon seit langen ist der Halbstrauch auch ein wichtiger Bestandteil in den Bauern- und Klostergärten Mitteleuropas. Der ausdauernde Ysop bevorzugt sonnige Plätze mit leichtem, lockerem Boden. Die Pflanze übersteht gut unsere heimischen Winter. Die Vermehrung geschieht durch Samen oder Teilung alter Stöcke. Die Vermehrung mithilfe verholzter Stecklinge ist ebenfalls möglich. Ysop ist gut zur Einfassung von Gemüsebeeten geeignet und kann durch Schnitt ziemlich sauber gehalten werden. Es empfiehlt sich, ältere Pflanzen alle drei Jahre umzusetzen. Ysop kann fast das ganze Jahr über frisch gepflückt werden. Die kleingeschnittenen Blätter, wie auch die kleine blauen Blüten des Ysops werden als Salatkräuter verwendet. Ysop passt sehr gut zu dunklen Fleischsorten, sowie zu Kartoffel- und Bohnengerichten.

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Zwiebel

Ursprünglich aus Zentralasien kommt die Zwiebel (Allium cepa), auch Küchen-, Sommer- oder Speisezwiebel genannt. Sie wird seit über 4000 Jahren als Küchengewürz verwendet und hat in den meisten Gärten einen festen Platz. Es gibt zahlreiche Sorten, die sich hauptsächliche durch ihre eigentliche, unterirdisch wachsende Zwiebel unterscheiden. Diese besteht aus mehreren Schalen, die nichts anderes als verdickte, tiefstehende Blätter sind, in denen Reservestoffe für die im 2.Jahr stattfindende Blüte eingelagert sind. Die röhrenförmigen, blaugrünen Oberblätter können bis zu 1m Höhe heranwachsen. Der im Juni und Juli auftauchende hellgrüne, kugelförmige Blütenstand besteht aus vielen, kleinen Einzelblüten. Die Aussaat von Zwiebelsamen erfolgt ab März, wesentlich einfacher ist der Anbau mit Hilfe von Stecklingen (Steckzwiebeln). Ab Juli, wenn das oberirdische Zwiebelkraut braun wird, kann geerntet werden. Zwiebeln enthalten viele Vitamine und stärken das Immunsystem. Als Zwiebel-Sirup zubereitet helfen sie allgemein bei Erkältungskrankheiten. Man hackt eine Zwiebel sehr klein und vermischt sie mit 3 Teelöffeln Zucker oder Honig. Anschließend mit 1/8 Liter Wasser übergießen und aufkochen. Abkühlen lassen und durchsieben. Drei- bis fünfmal täglich ein bis zwei Teelöffel einnehmen.

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Achtung: Die aufgeführten Anwendungen und Rezepturen der Kräuter beruhen auf allgemeinen volkskundlichen Erfahrungen. Bei ernsthaften und chronischen Erkrankungen sollte in jedem Fall ein Arzt zu Rate gezogen werden, ebenso bei Unsicherheiten in der Anwendung und bei gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten. Die Verträglichkeit der Kräuter und die Reaktionen darauf sind individuell unterschiedlich. Trotz sorgfältiger Erstellung der Texte kann keine Garantie übernommen werden. Eine Haftung für Schäden aufgrund der Ratschläge und Rezepte ist ausgeschlossen.